Bericht über die Führung B(l)ooming Barocke Blütenpracht im Wallraf-Richartz-Museum am am 20.01.2026
Der erste Museumsbesuch im Jahr 2026 führte uns nach Köln ins altehrwürdige Wallraf-Richartz-Museum. Es ist Kölns erstes Museum mit einer Sammlung von vielfältigen mittelalterlichen Kunstgegenständen. Ferdinand Franz Wallraf vermachte testamentarisch nach seinem Tod am 18.03.1824 seine umfangreiche Sammlung der Stadt Köln. Bis heute kennzeichnet das Museum eine wechselhafte Geschichte und ist überregional sehr geschätzt. Schade, dass durch Anbauten das Gebäude nun für 2 Jahre geschlossen wird. Bei der angekündigten Führung sollten wir etwas über die barocke Blumenmalerei erfahren, die sich um 1600 aus Flandern kommend mit bunten Blumensträußen und geflochtenen Girlanden zu eigenen Bildmotiven entwickelt hat. Bei schönstem Winterwetter starteten 26 Teilnehmende zu einem Ausflug nach Köln, wo uns Herr Dr. Baumerich bereits erwartete. Er führte uns zunächst in die Dauerausstellung, um uns zu zeigen, dass die barocke Malerei zu den unterschiedlichsten Motiven Pflanzen und Blumen mit ins Bild brachten. Das weltbekannte Bild der „Muttergottes in der Rosenlaube“ von Stefan Lochner (ca. 1450) steht dafür beispielhaft. Die dort zu sehenden Lilien symbolisieren die Reinheit und Keuschheit von Maria. Aber auch das Bild „Kinder mit einem Lamm“ deutet durch das mit Maiglöckchen bekränzte Köpfchen auf eine lammfromme Einstellung hin. Symbolische Erklärungen, wie diese, sollten uns den interessanten Nachmittag ständig begleiten.

In der Sonderausstellung empfing uns dann eine ins Auge springende Blütenpracht. Die Naturstudien der Malerinnen und Maler in der zweiten Hälfte des 16. Jhdts. galten besonders fremdländischen Blumensorten wie Anemone, Hyazinthe, Jasmin oder Tulpe, die in Vasen, Körben und Girlanden augentäuschend naturalistisch und als eigenständige Bildmotive wiedergegeben wurden. Ihre Motive sprechen noch heute alle Sinne an und begeistern beim Anschauen. Besonders die Tulpen wurden geschätzt. Sie waren neu, exotisch, exklusiv, dekorativ, anspruchsvoll und Liebhaberobjekte. Eine ganz besondere Blume war die Tulpe der Sorte Semper Augustus. Es wurden bis zu 10.000 Gulden für eine einzige Zwiebel geboten. Für den Preis konnte man zur damaligen Zeit ein Haus erwerben. Die Tulpensorte ist mittlerweile ausgestorben. Zu bewundern waren sehr schöne Blumengirlanden u.a. von Hyronimus Galle (1660), die mit der Auferstehung Christi von Giovanni Stanchi (1640) und die mit Maria mit dem Jesuskind von Jan Brueghel I.

Festzuhalten bleiben besonders die fachkundigen Erklärungen von Herrn Dr. Baumerich, die dafür gesorgt haben, dass der Betrachterin und dem Betrachter die Schönheit und die Symbolik der Bilder als bleibende Erlebnisse in Erinnerung bleiben. Allerseits hörte man nur Begeisterung.

Der Museumsbesuch benötigte unsere ganze Aufmerksamkeit, so dass zur Entspannung ein Plausch mit gepflegtem Kölsch im Brauhaus Zum Prinzen gut tat. Roswitha Wilmer sei herzlich für die Organisation gedankt.
Text und Bild: Peter Schriefer