Ausstellung FRIEDRICH EBERT

Eröffnung der Wanderausstellung im Bürgerhaus am 19. Februar 2026 zur Erinnerung an die Wahl von FRIEDRICH EBERT zum Reichspräsidenten.  

An Friedrich Ebert (1871-1925) erinnern in Hürth die Adresse des Rathauses (Friedrich-Ebert-Str. 40), die Friedrich-Ebert-Realschule in Hermülheim und eine Büste in der Nähe der St. Dionysius-Kirche in Gleuel.

Frau Dr. Inge Karaus hatte die Idee, aus aktuellem Anlass die Wanderausstellung der Stiftung „Reichspräsident-Friedrich-Ebert-Gedenkstätte, Heidelberg“ nach Hürth zu holen. Der Einladung durch den HKV folgten etwa 35 interessierte Mitglieder und Gäste.

Wir trafen uns schon eine halbe Stunde vor der offiziellen Eröffnung im Bürgerhaus und wurden mit einem Glas Sekt empfangen. Um 17 Uhr begrüßte der Vorsitzende des HKV, Dr. Christian Karaus alle Anwesenden, besonders den Referenten, Dr. Claudio Steiger als Mitarbeiter der Stiftung, die stellv. Bürgermeisterin Aylin Kocabeygirli und den Stadtkonservator Michael Cöln.

Vor Vortragsbeginn konnten sich die Besucher mittels der 13 Rollups über das Leben und Wirken von Friedrich Ebert informieren, dargestellt auf vielen Foros und Begleittexten.

Herr Dr. Steiger eröffnete den Besuchern aber noch weitreichendere Tiefen in die Vergangenheit der deutschen Geschichte. Ebert stammte aus einer Handwerker Familie in Heidelberg, sein Vater war Schneidermeister. Er selbst wurde zum Sattler ausgebildet, kam über Umwege in Bremen 1889 zur SPD. Drei Jahre später wurde er Redakteur eines Bremer Blattes der SPD. 1905 zog er mit seiner Familie nach Berlin, 1913 wurde er nach dem Tod von August Bebel gemeinsam mit Hugo Haase zum Vorsitzenden der SPD gewählt.

Ebert war ein Mann des Ausgleichs, während des (1.) Weltkrieges versuchte er vergeblich die auseinanderdriftenden Flügel der SPD zusammen zu halten. Schließlich gab es ab 1917 eine USPD (linker Flügel, später KPD) und eine MSPD (Mehrheits-SPD). 

Mit seiner Frau Louise hatte er drei Söhne und eine Tochter. Zwei Söhne sind im 1.  Weltkrieg gefallen, der älteste, Friedrich jun. war von 1948-1967 SED-Oberbürgermeister von Ost-Berlin.

Auch über die unübersichtlichen Verhältnisse nach dem Weltkrieg referierte Herr Dr. Steiger umfassend. Hier nur einige Stichworte: Novemberrevolution am 9. November 1918, nicht freiwilliger Rücktritt von Kaiser Wilhelm II. Ebert und die MSPD ist für eine demokratisch zu wählende Nationalversammlung. Marxistische Sozialisten im Spartakusbund unter Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht lösten im Januar 1919 den „Spartakusaufstand“ aus mit dem Ziel einer linksextremistischen Räterepublik. Der Aufstand endet mit der Ermordung von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht. Schließlich die Nationalversammlung am 19. Februar 1919 in Weimar mit der Wahl von Friedrich Ebert. Die SPD war als stärkste Fraktion hervorgegangen. 

Ob es daran lag, dass Frauen erstmals wählen durften? 

Friedrich Ebert starb am 28. Februar 1925 im Alter von nur 54 Jahren an einem Blinddarmdurchbruch. Er wurde in seiner Geburtsstadt Heidelberg beerdigt.

Im Anschluss gab es noch eine Diskussionsrunde mit interessanten Einlassungen und Hinweisen historisch versierter Mitglieder bzw. Gäste.  

Der Rückblick in die deutsche Geschichte war eine spannende Veranstaltung. Der Vorsitzende dankte Herrn Dr. Steiger besonders herzlich. Die Ausstellung ist noch bis zum 13. März präsent. 

Text Friedrich Knäpper
Fotos: Alois Wilmer