Deutsches Luft- und Raumfahrtzentrum

Besuch des Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrum

 Am 19.8.2026 gegen 13:15 Uhr startete unser Bus vom Parkplatz Bütt zur Fahrt zum DLR und zur ESA nach Köln Porz. Der HKV hatte diese Besucherführung bereits im Vorjahr am 13.8.2025 durchgeführt. Aufgrund der überaus sehr positven Rückmeldungen war eine neue Führung angesetzt und jetzt konnten weitere 28 Teilnehmer die weitläufige Anlage besichtigen.  

Nach der Sicherheitsschleuse vor Ort und vor dem Hauptgebäude empfing uns Herr Bienert, der uns in den nächsten drei Stunden sehr interessant, spannend und kurzweilig über das DLR, die ESA und die bemannte Raumfahrt berichtete.

Nur kurz über die Aufgaben des DLR:

Luftfahrt, Raumfahrt, Verkehr, Energie, Digitalisierung und Sicherheit sind die Forschungsfelder, die im DLR Köln in neun Forschungseinrichtungen bearbeitet werden. Das Rückgrat der Forschung und Entwicklung bilden Großversuchsanlagen, beispielsweise Windkanäle, Triebwerks- und Materialprüfstände und ein Hochflussdichte-Sonnenofen. Auf dem 1959 eröffneten 55 Hektar großen Gelände ist neben den Forschungs- und Zentraleinrichtungen des DLR auch das Astronautenzentrum EAC der Europäischen Weltraumorganisation ESA angesiedelt. In unmittelbarer Nachbarschaft befinden sich der modernste Windkanal Europas, der Europäische Transschall-Windkanal (ETW). Das DLR beschäftigt in Köln rund 1.850 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Zuerst ging es in die Vorhalle des Gebäudes, in der das Original der Sojus Kapsel steht, mit der am 28.5.2014 u.a. der deutsche Astronaut Alexander Gerst vom Weltraumbahnhof Baikonur zur internationalen Raumstation ISS gestartet ist. Im Laufe des Rundganges wurde uns immer wieder bewußt, dass die ISS eine wirklich internationale Station ist. Dort verrichten die Astronauten aus Europa und USA, die Kosmonaten aus Russland und die Taikonauten aus Japan in 400 KM Höhe und bei einer Geschwindigkeit von 28.000 km/h ihre wissenschaftlichen Arbeiten eng und vertrauensvoll miteinander. Zur Zeit verrichten 3 Amerikaner, 3 Russen und die Französin, Sophie Adenot, dort ihren Dienst.   

Von dort ging es dann weiter zur Forschungsanlage LUNA, welche vom DLR und ES gemeinsam Ende 2024 in Betrieb genommen wurde. In der LUNA-Halle befindet sich eine 700 Quadratmeter große simulierte Mondoberfläche mit 900 Tonnen Regolith-Simulat, eine Art Basaltstaub. Mit Hilfe eines Aufhängungssystems werden die Astronauten dort auf ein Sechstel ihres irdischen Gewichts abgefedert und können so realistisch trainieren. Wir konnten auch ein faustgroßes Stück von Mondgestein anschauen. Bei allen  Mondmissionen wurden bislang 382 Kilogramm Mondgestein auf die Erde gebracht.

Danach ging es hinüber zum Europäischen Astronautenzentrum, genannt EAC.

Dort findet die Auswahl und das vorbereitende Training von Raumfahrern statt. Darüber hinaus hat es sich als medizinisches und physiologisches Fachzentrum für Weltraummissionen einen Namen gemacht. Während der Flugvorbereitung und der eigentlichen Mission leistet das EAC Unterstützung für die Astronauten und ihre Familien. 

Herr Bienert teilte mit, dass neben der körperlichen Verfassung insbesondere die mentale Gesundheit bei den auszubildenen Astronauten von besonderer Bedeutung ist. 

An einem großen Bildschirm konnten wir Livebilder der Astronauten bei ihrer Arbeit auf der Raumstation ISS sehen. Es war sehr beindruckend.

 Weiter erklärte Herr Bienert, dass die Forschungsarbeit der Astronauten die meiste Zeit des Tages einnimmt. Daneben müssen die Astronauten aber auch ein tägliches Sportprogramm von 2 Stunden absolvieren, um dem Muskelschwund aufgrund der fehlenden Schwerkraft entgegenzuwirken. Freie Zeiten werden meistens in der Cupola (Aussichtskuppel) verbracht, die durch ihre Fenster einen Panoramablick auf die Erde, das Weltall und die Raumstation ermöglichen. Diese Sicht muss eine unbeschreibliche Erfahrung sein. Am Samstag ist übrigens Putztag. Da die Bewohner Hautschuppen, Haare, etc. täglich verlieren, gibt es an Bord auch eine Art Staubsauger. 

Ein Problem ist übrigens das Schlafen in den Schlafsäcken, die jeder in seiner persönlichen „Kabine“ hat. Man schnallt sich dort fest an, nicht aus Angst, herauszufliegen, sondern um ein Liegegefühl zu haben. Unser Körper ist es ja gewöhnt, dass der Rücken und der Kopf immer auf einer festen Unterlage liegt. Dieses Gefühlt fehlt dort oben aber. 

Die Mitnahme von persönlicher Sachen auf die Reise in den Orbit ist übrigens auf 1.500 Gramm beschränkt.

Weiter ging es zur Halle mit den originalen Nachbauten der verschiedenen Raummodule, die an die ISS andocken können. Ein Modul konnten wir auch von innen besichtigen. Im gleichen Gebäude befindet sich auch das 10 Meter tiefe Wasserbecken mit 3,7 Millionen Litern Wasser. Dieser Pool dient als simulierte Umgebung für das erste Training von Außenbordeinsätzen und bietet genug Platz, um in eine Nachbildung des Columbus-Moduls abzutauchen.

Die Zeit verging bei der Besichtigung wie im Flug und es war zwischenzeitlich 17:30  Uhr geworden, so dass wir unseren Rundgang abschliessen mussten. Wir alle wären liebend gern länger geblieben und haben den Ausflug sehr genossen.

Text: Joachim Feldmann