Besuch der Deutz AG

Besuch der Deutz AG am 26.08.2026

Mit 27 erwartungsvollen Teilnehmern wurden wir von den Vertretern der Deutz AG herzlich am Standort Porz begrüßt und in zwei Gruppen aufgeteilt. Eine Gruppe besuchte zunächst das Technikum, dass einen umfassenden Überblick über die Motorengeschichte in Köln bot.

 Dort erfuhren wir, dass 1864 das Unternehmen von Nicolaus August Otto und Carl Eugen Langen als erste Motorenfabrik der Welt gegründet wurde. 1867 entwickelte Nicolaus August Otto den weltweit ersten Verbrennungsmotor in Großserie: die atmosphärische Gaskraftmaschine. Im Jahr 1876 stellte der geniale Autodidakt den ersten funktions- und entwicklungsfähigen Viertaktmotor her und legte damit den Grundstein für die Motorisierung der Welt – von Köln-Deutz aus. Viele namhafte Persönlichkeiten der Motorenentwicklung wie Gottlieb Daimler, Ettore Bugatti und viele andere waren in Köln tätig.

Die Motorensammlung des Unternehmens, die in ihrer Art historisch einzigartig ist, geht auf das Jahr 1875 zurück. In einem Werksmuseum wurde sie bereits 1925 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Heute geben im DEUTZ Technikum auf einer Fläche von rund 600 Quadratmetern mehr als 50 historische Motoren einen faszinierenden Einblick in die Geschichte des Baus von Verbrennungsmotoren. Einige dieser Motoren konnten wir zu Demonstrationszwecken dann auch in Betrieb setzen.   

Die atmosphärische Gaskraftmaschine von 1867, der originale Viertakt-Versuchsmotor von 1876, der erste kreuzkopflose Dieselmotor von 1898 und viele andere Exponate dokumentieren eindrucksvoll die Entwicklung der Motorentechnik und veranschaulichen die historische Bedeutung Kölns als Wirtschafts- und Technologiestandort.

Aber auch moderne Entwicklungen wie die legendären luftgekühlten Motoren, die weltbekannten Mittel- und Großmotoren sowie die unter Umwelt- und Wirtschaftlichkeitsgesichtspunkten führenden Motoren von heute sind im Technikum zu sehen.

Danach ging es dann im Wechsel mit der zweiten Gruppe über das Werksgelände in die Produktion. Auf dem Weg erfuhren wir interessantes über den aktuellen Stand der Konzernentwicklung und über die heutigen Aufgaben des Standortes.

Die DEUTZ AG hat sich in den letzten Jahren vom Hersteller klassischer Antriebe zum Systemanbieter innovativer und nachhaltiger Mobilitäts- und Energielösungen entwickelt. Kern der Geschäftstätigkeit ist weiterhin die Entwicklung, Produktion und Vermarktung leistungsstarker Antriebssysteme für Off-Highway-Anwendungen, ergänzt durch alternative Antriebslösungen sowie dezentrale Energie- und Stromerzeugungssysteme, mit denen DEUTZ zur Transformation der Mobilitäts- und Energieversorgung beiträgt. 

 DEUTZ-Lösungen kommen unter anderem in Bau- und Landmaschinen, Material-Handling-Anwendungen wie Gabelstaplern oder Hebebühnen, stationären Anlagen wie Stromerzeugungsaggregaten sowie Nutz- und Schienenfahrzeugen zum Einsatz. Ein umfassendes Serviceangebot, das sich von der Wartung und Reparatur über den Ersatzteilehandel bis hin zum Remanufacturing erstreckt und durch digitale, datenbasierte Services kontinuierlich erweitert  wird, komplettiert das breit aufgestellte Produktportfolio. Mit rund 1.000 Vertriebs- und Servicestandorten in über 120 Ländern bietet DEUTZ seinen Kunden damit ein integriertes Angebot aus einer Hand. DEUTZ beschäftigt weltweit mehr als 5.000 Mitarbeiter und erzielte im Geschäftsjahr 2024 einen Umsatz von rund 1,8 Milliarden Euro.  

Im Werk Porz findet die Serienfertigung von Motoren mit einem Hubraum von < 4 l und 4 bis 8 l statt. Zudem beherbergt das Werksgelände eine Entwicklungsabteilung mit dem Kompetenzzentrum für Nocken- und Kurbelwellen. In der Produktionshalle konnten wir uns einen Überblick über den hohen Automatisierungsgrad verschaffen. Nach einem gemeinsamen Gruppenbild ging es dann mit vielen neuen Eindrücken zurück nach Hürth.

Text und Fotos: Otto Schaaf