Hätz un Siel

Kölsches Mitsingkonzert mit dem Duo „Hätz un Siel“ 

 Am 4. Februar 2026 war das bekannte Duo „Hätz un Siel“ aus Bergheim zu Gast im Löhrerhof. Die Akteure Martin Michalski und Uwe Ulbrich haben sich bereits seit 10 Jahren auf Kölsche Musik und Mitsingkonzerte spezialisiert.

Mit Akkordeon, Gitarre und zweistimmigen Gesang sorgen sie dafür, dass das Kölsche Liedgut nicht verloren geht. Die Beiden bringen Lieder von Willi Ostermann bis zu modernen Gruppen wie Bläck Fööss, Höhner, Brings und Kasalla. Mit Charme, Humor und rheinischem Dialekt, der die Menschen direkt ins Herz trifft und die Seele streichelt – daher der Name „Herz und Seele.“

Der Saal im Löhrerhof war bis auf den letzten Platz besetzt. Der Einführungstext und die Einladung zum Mitsingen wie im Mitglieder-Rundschreiben angekündigt, hatte wohl die Neugierde geweckt. Der Raum war perfekt ausgeleuchtet und ein wenig geschmückt und einige Gäste trugen gar ein dezentes Karnevalskostüm. Die Singschar hatte sich mit Wasser, Wein und Saft versorgt um die Kehlen zu ölen. Alois Wilmer begrüßte die Mitglieder und Gäste ganz herzlich und gab die „Bühne frei“ für das Duo. Diese legten sofort los mit „dem Trömmelchen“ und heizten so die Stimmung an. Nun wurden alle aufgefordert mitzusingen! Es war erstaunlich wie textsicher sich die „Sängerinnen und Sänger“ verkauften. Wir wurden sogar vom Duo mehrfach gelobt. Es begann eine Zeitreise mit den Höhnern und eine Auswahl von Liedern: „Ich ben ne Räuber“, „da simmer dabei“, „Viva Colonia“ und ein Potpourri der bekanntesten Lieder. Die Band ist seit 1972 im Kölner Karneval aktiv. Nun kamen wir zur „Mutter aller Bands“, Die Bläck Fööss. Diese Gruppe ist seit Gründung im Jahre 1970 fester Bestandteil im Karneval. Mit ihren „Krätzjer“ und ihrer Bodenständigkeit nicht wegzudenken. Beim „Polterovend in d’r Elsassstroß“, „Dring doch ene met“, „et Meiers Kättche“ wurden wir aufgefordert tüchtig mitzuschunkeln. Es wurde warm ums Herz und auch im Saal stieg die Temperatur an. Allzu verständlich, dass wir nicht alle Lieder von den Bläck Fööss mitsingen konnten. In ihrer 55-jährigen Karriere haben diese mehr als 450 Songs aufgelegt. Non-Stopp ging es weiter. Es folgte eine Homage auf Lotti Krekel, mit dem getexteten von Hans Knipp, „Mer schenke der Ahl e paar Blömcher“. Es wurde lauthals mitgesungen. Zwischendurch gab es vom Duo immer lustige Einlagen und Zwiegespräche. Mittlerweile hatte die Stimmung den Löhrerhof in einen „Mini-Gürzenich“ umgewandelt. Das Duo spannte geschickt den Bogen zu Willi Ostermann, dem Grandseigneur des Kölner Liedgutes. Die über 100 Jahre alten Lieder und Weisen haben die Zeit bis heute überdauert. Seine Lieder werden immer wortgetreu mitgesungen und dienen den modernen Gesangsgruppen oft als Vorlage. Unvergessen ist Ostermann’s Hymne und Klassiker: „Heimweh noh Kölle“. Dieses Lied hat nach dem Kriege vielen Kölnern in der Fremde Trost gespendet. Im Jahr 2000 tauchte die Gruppe Brings in der karnevalistischen Rock-Szene auf. Erst umstritten, später geliebt. Auch hier wurden wir mit einem Potpourri unterhalten. Interessant ist noch zu erwähnen, dass unserer Singschar bei den Liedern von Cat Ballou und Kasalla meist nur den Refrain mitsingen konnte. Obwohl beide Bands schon 25 bzw. 20 Jahre im Karneval tätig sind. Es gibt noch namhafte moderne Gruppen, diese aufzuzählen würde den Rahmen sprengen. 1,5 Stunden Karnevalsmusik, Singen und Schunkeln hatte beim „Mitsingchor“ Spuren hinterlassen. Der Wunsch nach der sonst üblichen „Zugabe“ kam deswegen recht verhalten aus dem Publikum. Die Herren Michalski und Ulbrich wollten nichts vom Veranstaltungsende wissen. Diese drehten noch einmal voll auf. Sie stellten unter Beweis, welches großes Repertoire sie neben der Karnevalsmusik noch beherrschen. Mit Samba Rhythmen und „Marina, Marina“ von Rocco Granata ging nochmal sozusagen die „Post“ ab.

Dieser Abend wird uns noch lange in Erinnerung bleiben. Ein Mitsingkonzert verbindet die Menschen auf eine magische Weise miteinander. Alois Wilmer dankte allen im Saal und verabschiedete uns mit den Worten: „Das war Spitze!“ Dann folgte noch ein kräftiges „Dreimol Hätz un Siel, Hürth, HKV“ Alaaf!!     

Text: Karin Zander
Fotos: Alois Wilmer