Reisebericht: Porto – Santiago de Compostela

 Reisebericht: „Das Beste zwischen Porto und Santiago de Compostela“  

Eine Reise voller Eindrücke, Geschichte und gemeinsamer Erlebnisse 

 Zwei Länder, zwei Traumstädte, eine einzigartige Reise – so lautete das Versprechen im Reiseprospekt von Lebenslust. 42 Mitglieder des HKV machten sich auf den Weg, um selbst herauszufinden, ob die Reise diesem Versprechen gerecht werden würde.

 Und tatsächlich: Unsere Erwartungen wurden mehr als erfüllt. Die wilde, raue Atlantikküste, die bewegte Geschichte Portugals und Galiziens, die vielen Gemeinsamkeiten und Unterschiede sowie die tief verwurzelte Religion prägen die Landschaft, die Bauwerke und das Leben der Menschen.

Ankommen an Portugals Atlantikküste

Am ersten Reisetag brachte uns ein ruhiger Flug nach Porto. Von dort ging es weiter zu unserem Strandhotel Axis Ofir,    rund 40 Kilometer von der Stadt entfernt. Das  Hotelpersonal empfing uns freundlich, und auch das gute Essen ließ keine Wünsche offen. Der Atlantik zeigte sich von seiner rauen Seite und lud nur Wind – und Wetterfeste zu einem Spaziergang am Strand ein. Der nahe gelegene Pinienwald bot ebenfalls an frische Luft zu schnappen und die Umgebung kennenzulernen. 

 Porto – Geschichte, Fliesen und Genuss  Der nächste Tag stand  im Zeichen von Porto. Bei einer ganztägigen Stadtrundfahrt zeigte  unser Reiseleiter die schönsten und interessantesten Seiten der Stadt. Wir erkundeten die Altstadt, die 

zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört, sahen die Fischmarkthalle von Matosinhos und die eindrucksvolle Ponte Dom Luís I.Ein besonderer Höhepunkt war der Bahnhof São Bento. Seine berühmten blau-weißen Azulejos (Fliesen) erzählen in großflächigen Bildern Geschichten aus der portugiesischen Vergangenheit. Hier hätten wir gern noch viel mehr Zeit verbracht! Zum Mittagessen kehrten wir in ein kleines Restaurant ein. An eng stehenden Tischen servierten die emsigen Kellner Wein und typisch portugiesische Stockfischkroketten. Einfach lecker!

Auf dem Douro zwischen Weinbergen

Eine etwa halbstündige Bahnfahrt brachte uns zur Anlegestelle unseres Douro-Schiffes. Fast lautlos glitt das Schiff über den Fluss, vorbei an steilen Weinbergen und einer grünen, abwechslungsreichen Landschaft. Wir genossen die Sonne, das Licht und vor allem die wohltuende Ruhe auf dem Wasser.

Das Douro-Tal ist für seinen Weinbau berühmt und gehört ebenfalls zum UNESCO-Weltkulturerbe. Den Tag ließen wir auf einem Weingut ausklingen – mit regionalen Spezialitäten und natürlich den passenden Weinen aus der Gegend. 

Entlang der Küste nach Galizien

Am folgenden Tag machten wir uns auf den Weg ins circa 200 Kilometer entfernte Santiago de Compostela. Die Fahrt entlang der Atlantikküste versprach Abwechslung und hielt dieses Versprechen auch. Wir übernachteten  im Stadthotel San Lorenzo; von dort aus war die Kathedrale in etwa fünf Minuten zu Fuß erreichbar. 

Wir besuchten die eindrucksvolle Wallfahrtskirche Santa Luzia mit ihrem weiten Panoramablick und die historische Festung von Valença. Zur Mittagszeit ging es bei einer Bootsfahrt hinaus auf die galizischen Rías – jene weit ins Land reichenden Meeresarme, die oft als Fjorde bezeichnet werden. An Bord wurden wir mit fangfrischen Muscheln, Austern und Garnelen verwöhnt. Der Besuch der Muschelkapelle rundete diesen besonderen Tag ab.

 Der Wein und die frische Seeluft sorgten offenbar für beste Stimmung: Auf der Rückfahrt im Bus kamen bei einigen Mitreisenden Heimatgefühle auf, die sich spontan in kölschen Liedern wiederfanden. 

Santiago de Compostela – das Ziel der Pilger

Der Tag mit unserem fachkundigen Reiseleiter Francesco gehörte für mich persönlich zu den anspruchsvollsten und zugleich eindrucksvollsten der Reise. Mit viel Wissen und erzählerischem Geschick brachte er uns die Geschichte der Stadt, ihre Heiligen und Gründer sowie zahlreiche historische Zusammenhänge näher. Langeweile kam dabei nicht auf.  

Wenn man den großen Platz vor der Kathedrale betritt, kann man sich gut vorstellen, was in den Pilgerinnen und Pilgern vorgeht, wenn sie nach oft langen und beschwerlichen Wegen endlich die prächtige Fassade vor sich sehen. Dieser Anblick lässt  für einen Moment innehalten, weckt Freude und Ehrfurcht und vermittelt ein kaum beschreibbares Gefühl von Schönheit. Einfach überwältigend!

Auch die Athmosphäre auf dem Platz und in den Gassen der Altstadt empfanden wohl viele als angenehm ruhig und entspannt. Über die Kathedrale selbst ließe sich noch vieles berichten. Wer mehr erfahren möchte, findet ausführliche Informationen auf der offiziellen Internetseite der Kathedrale: https://catedraldesantiago.es/

Die Jakobsmuschel als Symbol begegnet einem in Santiago überall. Ihre Rillen lassen sich sinnbildlich als unterschiedliche Wege verstehen, die aus vielen Richtungen auf ein gemeinsames Ziel zulaufen. Für zahlreiche Pilgerinnen und Pilger ist sie ein Zeichen des Jakobswegs und zugleich eine Erinnerung an das Erreichte.

In unserer freien Zeit besuchten wir  die Markthalle und schlenderten durch die schmalen Gassen der Altstadt, die ebenfalls zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt. Auf dem Platz vor der Kathedrale hatten junge Menschen kleine Zelte aufgeschlagen, um gegen die schwierige Wohnraumsituation zu demonstrieren. Viele Ferienwohnungen und die große Zahl an Touristen verschärfen die Lage: Wohnraum wird knapp und teuer, während Einheimische zunehmend Schwierigkeiten haben, bezahlbare Wohnungen zu finden.

Ein Stück Jakobsweg und ein Blick in die Vergangenheit

Am zweiten Tag in Santiago wanderten wir gemeinsam mit unserem wunderbaren Reiseleiter Francesco auf einem Stück des ursprünglichen Jakobswegs. Direkt vom Hotel aus führte uns der Weg über grüne Vorgärten und lauschige Waldpfade in Richtung Finisterre – einem Ort, der in früheren Zeiten für viele als das Ende der bekannten Welt galt.

Manches erinnerte an Waldwege in der Eifel, doch die Vegetation war eine andere: Eichen, Buchen und zahlreiche Eukalyptusbäume säumten den etwa 3,5 Kilometer langen Weg. Unterwegs entdeckten wir uralte, denkmalgeschützte Gebäude, die von vergangenen Zeiten erzählten.

Am Nachmittag besuchten wir das Museo do Pobo Galego, das Museum des galizischen Volkes, das in einer ehemaligen Klosteranlage untergebracht ist. Sehenswert waren die alten Werkzeuge und Alltagsgegenstände sowie die Einblicke in  früheres Familienleben sowie der Handwerkskunst. So wurde Geschichte ganz anschaulich und greifbar.

Auf dem Rückweg nach Porto

Langsam neigte sich unsere Reise dem Ende zu. Doch auch die Rückfahrt nach Porto sollte so abwechslungsreich werden wie die Strecke nach Santiago de Compostela. Ein Höhepunkt war der Besuch der beeindruckenden Wallfahrtskirche Bom Jesus do Monte, einem beliebten Ausflugsziel für Familien. Die Kirche liegt malerisch über der Umgebung und bot uns einen weiteren schönen Einblick in die religiöse Baukunst Portugals. Bei unserem Besuch war sie gerade mit Hochzeitsgästen gefüllt – nur wenige bekamen die Braut  zu Gesicht.

Anschließend verbrachten wir die Mittagszeit in der Altstadt von Guimarães, die ebenfalls zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Danach ging es zurück ins Hotel, wo bereits das Abendessen auf uns wartete.

Abschied mit Verspätung – und vielen Erinnerungen

Am letzten Tag machten wir uns in der Frühe auf die Heimreise. Ein Gewitter über Porto sorgte allerdings für erhebliche Verspätungen, sodass wir erst 4 Stunden später in Düsseldorf ankamen. Auch wenn alles länger dauerte als geplant, blieb die Stimmung in unserer Reisegruppe gut.

Von dieser Reise nehme ich viele schöne Erinnerungen mit: die eindrucksvollen Landschaften, die geschichtsträchtigen Bauwerke, die Geschichten über historische Persönlichkeiten und das besondere Gefühl, das Ziel so vieler Pilger/innen in Santiago de Compostela selbst erlebt zu haben. Wir entdeckten drei UNESCO-Welterbestätten, probierten regionale Spezialitäten und erfuhren viel über Land und Leute, Kirchen, Architektur und das kulinarische Leben an den galizischen Rías.

Ein herzliches Dankeschön gilt den Organisatoren, dem Vorstand des HKV und allen Mitreisenden. Gemeinsam haben wir diese Reise zu einem besonderen Erlebnis gemacht, das sicher noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Text: Gisela und Horst Kusenberg
Fotos: Michael Heitbreder / Roswitha Wilmer